LOVEGROOVE - SPIRITUAL MINDFOOD
Yoga kann wesentlich mehr sein als bloßes physisches Training und Kräftigung des Körpers. Mit unseren individuellen „Spiritual-Talks“ in jeder Klasse laden wir Euch zu einem kurzen Moment des Nachdenkens ein. Weiterreichende Inspirationen bieten die monatlich wechselnden Loovegrooves mit persönlichen Musikplaylists unseres Lehrerteams. Geboren aus dem Konzept und der Idee unseres Lehrers und Mentors Gio, entdecken wir alle einzigartige Potenziale in uns, die es zu entfalten gilt. Abwechselnd widmen wir von Power Yoga Germany uns deshalb einem dieser Potenziale und dem entsprechenden Aspekt des yogischen Denkens. Swingt Euch einfach ein im PYG-Lovegroove - wer mag, kann so tiefer eintauchen in die gedankliche Welt hinter dem Schwitzen und all den hippen Asanas!
Hilfsbereitschaft
Gerade in Zeiten wie diesen, wo Hilfsorganisationen aus dem Boden spriessen und wir aufgerufen sind für Tsunamiopfer oder Hungernde zu spenden, frage ich mich: was bedeutet eigentlich Hilfsbereitschaft für mich in meinem Alltag?
Für mich bedeutet es nicht, ein Mal 100 Euro zu spenden und damit mein Gewissen zu beruhigen. Mir geht es viel mehr darum, den Menschen in meiner Umgebung und in meinem Alltag zur Seite zu stehen. Ich helfe gerne. Mir macht es Spaß jemandem bei etwas zu helfen, was ich selbst gut kann, wenn ich sehe derjenige fühlt sich nachher besser und ausserdem ist es schön, einfach zur Stelle zu sein, wenn jemand nach mir ruft.
Allerdings ertappe ich mich manchmal dabei, dass ich dieses gute Gefühl und den Spaß am Helfen nicht empfinde bzw. manchmal die Bedürfnisse von anderen vor meine eigenen stelle. Ich frage mich dann z.B. warum habe ich gesagt, dass ich bei diesem Umzug helfen werde, obwohl ich eigentlich keine Zeit habe?
Um die Frage zu beantworten, reicht schon ein Blick auf die verschiedenen Arten von Hilfsbereitschaft. Ein paar Beispiele:
Es gibt die Hilfe aus gesellschaftlichen oder religiösen Normen und Gesetzen heraus, bei der der Helfende sich aufgrund seiner moralisch-ethischen Einstellung dazu verpflichtet fühlt zu helfen. In Bezug auf die Frage nach der Umzugshilfe, wäre hier also die Antwort: weil wir befreundet sind und Freunde einander helfen. Das gehört sich so.
Es gibt Hilfe aus strategischen Gründen, bei der der Helfende eine Gegenleistung erwartet oder sich durch die Hilfe selbst einen Vorteil verschaffen möchte.
Wenn ich beim Umzug aus strategischen Gründen helfe, dann wäre die Antwort auf meine Frage nach dem Warum: weil ich hoffe, dass mir dann bei meinem Umzug geholfen wird.
Als drittes gibt es die selbstlose altruistische Hilfe, bei der der Helfende aus dem Herzen heraus entscheidet zu helfen, weder dafür eine Gegenleistung erwartet noch sich verpflichtet fühlt helfen zu müssen. Die Antwort wäre also hier: weil ich helfen möchte aus tiefstem Herzen.
Alle Arten von Hilfe haben ihre Berechtigung und sind erstmal gut.
Das Gesetz, was uns zur Hilfeleistung z.B. an einem Unfallort verpflichtet, hat sicher schon viele Menschenleben gerettet.
Und wie oft haben wir Touristen in der Stadt schon eine Wegbeschreibung gegeben und gehofft, dass uns jemand in unserem Urlaub auch mal so schön den Weg zum besten Italiener der Stadt erklärt oder dem Nachbarn die Bohrmaschine geliehen und gehofft, dass er eine Säge hat, wenn man eine braucht?
Das Prinzip „Eine Hand wäscht die andere“ hält, zusammen mit anderen Prinzipien und Gesetzen, unsere Gesellschaft am Leben.
Aber wäre es nicht schön, wenn wir wüssten: die Hilfe, die wir bekommen, kommt aus tiefstem Herzen, aus einem Wunsch heraus zu helfen und nicht aus Verpflichtung oder Strategie?
Es kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: die Vernachlässigung der eigenen Wünsche und Hilfsbedürftigkeit.
Ich habe schon viel geholfen - wie viele andere Menschen auch - und irgendwann war ich an dem Punkt, dass ich keine Zeit mehr für mich selbst hatte. Ich hatte vollkommen übersehen, dass ich mir selbst auch helfen muss und dafür auch Zeit und andere Ressourcen einplanen kann und dass das nichts mit Egoismus zu tun hat!
In einem Artikel über das Setzen persönlicher Grenzen habe ich eine interessante Frage gefunden, die mir in diesem Zusammenhang weitergeholfen hat: „Ist es wirklich selbstsüchtiger, wenn jemand gut für sich sorgt und Regeln aufstellt, die sicherstellen, dass er oder sie ausreichend Zeit, Kraft und Raum hat, eigene Projekte durchzuführen? Oder könnte es vielleicht selbstsüchtiger sein, wenn jemand den Anspruch an einen anderen hat, er oder sie solle sich in seinen Projekten einschränken, damit er für andere da ist?
Wenn ich meinem Partner z.B. vorwerfe, dass er zu viel Zeit mit seinem Hobby verbringt, wer von uns beiden ist dann eigentlich egoistisch? Derjenige mit dem Hobby und derjenige, der will, dass der andere sein Hobby einschränkt?“ (Quelle: http://www.zeitzuleben.de/969-vom-setzen-personlicher-grenzen/)
An diesem Punkt habe ich erst verstanden, dass „nein“ sagen nichts Verwerfliches ist – im Gegenteil: es schafft Raum für meine eigenen Projekte, damit ich mit mir im Reinen bin. Und wenn ich mit mir selbst im Reinen bin, dann kann ich auch anderen selbstlos helfen. Und wie bei so vielen Dingen im Leben kommt es auf den gesunden Mix an.
Um zur Umzugsfrage zurück zu kommen: dieses Jahr sind schon 4 Freunde von mir umgezogen. Bei 2 Umzügen habe ich geholfen und bei 2 nicht. Ich habe wirklich tolle Freunde, denn alle haben mir die Option gegeben nein zu sagen und mich sogar noch dazu ermuntert, meinem Herzen zu folgen.
Das ganze ist ein Lernprozess. Man kann nicht von einem Tag auf den anderen den Schalter umlegen und sagen: So, jetzt mache ich nur, was mein Herz mir sagt (das gilt übrigens nicht nur für Hilfsbereitschaft! ;-))! Aber man kann jeden Tag daran arbeiten sich selbst treu zu bleiben.
In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß beim Üben!
PLAYLIST
| Nr | Künstler | Titel | iTunes Link |
| 1 | Jimmy Eat World | The Middle (acoustic version) | zum Album |
| 2 | ABBA | SOS | zum Album |
| 3 | Rihanna | SOS (rescue me) | zum Album |
| 4 | Falco | Egoist | zum Album |
| 5 | The Beatles | Help! | zum Album |
| 6 | The Rembrandts | I'll be there for you | zum Album |
| 7 | Alkaline Trio | Help me | zum Album |
| 8 | FM Static | My brain says stop, but my heart says go | zum Album |
| 9 | The Beatles | With a little help from my friends | zum Album |
| 10 | Fontella Bass | Rescue me | zum Album |
| 11 | Die Fantastischen Vier | Troy | zum Album |
| 12 | Kettcar | 48 Stunden | zum Album |
| 13 | Ziggy Marley | True to myself | zum Album |
| 14 | Rise against | Swing life away | zum Album |
| 15 | Cat Stevens | If you want to sing out, sing out | zum Album |
| 16 | Nawang Khechog | Karuna | zum Album |











